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| Heiner Bastian Kurator |
Andy Warhol gehört zu den herausragendsten
Künstlern des vergangenen Jahrhunderts. Sein Werk ist bereits selbst
zum Mythos geworden. Heute erkennen wir, daß er der wahrscheinlich
bedeutendste und wahrhaftigste Chronist seiner Zeit war. Der Künstler,
der das konventionelle Tafelbild revolutionierte, der die Gewöhnlichkeit
der Realität und die Konventionen der Massenkultur durchschaute, der
die Individualität scheinbar emotionslos als Trugbild sah, evoziert
noch immer grundlegende, radikale Fragen, die die Sprache der Kunst, die
den Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft betreffen. Andy Warhol hatte
erkannt, daß sich jeder Ästhetikentwurf an der Ikonographie der
Wiederkehr des immer Gleichen erweisen muß. Seine Absage an jede Künstler-Metaphysik,
sein Beharren auf der Darstellung der Reproduktion des Alltags hat weitreichende
Konsequenzen, die nur mit dem Wirken von Marcel Duchamp zu vergleichen sind.
Andy Warhol hat nicht nur die Kunst als ein Medium der populären Kultur
neu definiert, er hat die Art und Weise, wie wir die Welt sehen, verändert. Zwölf Jahre nach der ersten umfassenden Retrospektive des Museum of Modern Art in New York stellt die Berliner Ausstellung das uvre neu und beispielhaft in seinen bedeutendsten Exponaten aus. |
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